Künstler 2006

In diesem Jahr bietet das Auerworld Festival erneut ein erstklassiges Lineup – internationale Acts aus Frankreich, Brasilien, Dänemark und Neuseeland treffen auf regionale und überegionale Künstler aus Weimar, Jena, Köln und Berlin. Rendez-vous auf dem Auerworld Festival – diese Künstler erwarten euch in diesem Jahr.

Inhalt

Vis-a-Vis

von Charlotte Rosamond (Marionettentheater aus Lyon/Frankreich)

Skurrilität einer Begegnung zweier Nachbarinnen, einer deutschen und französischen Dame in hoch betagtem Alter. (Näheres folgt demnächst)

Joycehotel

Rock aus Dänemark

Das Quartett aus Kopenhagen ist seit mehr als vier Jahren eine feste Größe in der dänischen Undergroundszene. Man könnte Joycehotel die dänischen Radiohead nennen, obgleich soundtechnisch auch dEUS oder Afghan Whigs als Referenzen herhalten können. Bei allen erlaubten Vergleichen muß man der Band jedoch ihr ganz eigenes Profil zugestehen. Mit scheinbar einfachem Vokabular schaffen sie komplexe, multimediale Statements. Grafik, Film, Lyrik und Musik fließen zu einem konzeptionellen Gesamtkunstwerk zusammen, das Hitparaden und Schubladen ignoriert. Es ist Rock, doch mit Stimmungen und Strukturen, die man eigentlich aus dem Electronic-Trance Genre kennt! Slowmove minimalistische Parts wechseln mit äußerst tanzbaren uptempo Attacken, pianobegleitete Balladen mit »post«-rockigen Gitarrenwänden – die Melodien in bitterem Moll. Ihre Konzerte haben Kultstatus, sind an Intensität kaum zu übertreffen. Nationale Bekanntheit erlangten sie 2003 mit dem Toursupport für Kitty Wu. Resultat dieser Tour war die Übernahme der Produzentenschaft für das Debütalbum »Joycehotel« durch Claus Bergmann. Joycehotel präsentieren auf ihm ein mystisches und stilvolles Universum unglaublicher Komplexität. In Deutschland erscheint es – erweitert um zwei Bonustitel – am 8. August 2005 via Make My Day Records / Al!ve. (www.joycehotel.com)

New Telepathics

Ambient/Industrial/Dub/Rock aus Neuseeland

New Telepathics ist die Musik des in Neuseeland geborenen Multi-Instrumentalisten Darryn Harkness. Auf der Bühne wird er begleitet von einer Auswahl seiner internationalen »Forschungsagenten«. Der Sound von New Telepathics lässt sich schwer beschreiben. Man kann sich sowohl bei den Live-Auftritten als auch bei den veröffentlichten Alben auf eine wandlungsfreudige Stilmischung freuen, die mit Elementen aus Dub, Ambient, Industrial, Jazz und Rock spielt. Da Improvisation ein wichtiger Bestandteil des dynamischen Musikschaffens ist, folgen die Lieder und Arrangements dem Gesetz des stetigen Wandels. Harkness hat seine Kompositionen auf Vinyl, CD und DVD unter seinem eigenen Label »Our Records« herausgebracht. Zusammen mit seiner Koproduzentin Johanna Hoppe, welche auch den Bass in New Telepathics spielt, filmt und arrangiert er die New Telepathics Videos. Diese werden zumeist auf ihrem bevorzugtem Medium »Super 8« aufgezeichnet. Neben New Telepathics spielt Harkness Gitarre und Keyboard in der Londoner Formation »Serafin«, die unter anderem mit Musikern wie Frank Black (The Pixies) auf Tour gegangen sind. Vor kurzem hat Harkness einen Live-Soundtrack für den deutschen Filmklassiker »Nosferatu« geschrieben und auf zwei britischen Filmfestivals aufgeführt. Momentan arbeitet er am nächsten New Telepathics Album.

Krause Duo Nr. 2

Makrohouse und Rambazamba aus Jena

Das Krause Duo Nr. 2 sind Metaboman und Carlson Basu. Nach ihrem rechtzeitigen Ausstieg bei Simon und Garfunkel gingen beide zunächst erst einmal getrennte Wege.

Metabo spielte kurz Triangel in einer IbizaJugendpfadfinderCombo und lernte, Jungle, Loops und Breaks zu schnitzen sowie Rap zu essen. Basu hingegen blies im Kongo in einem streng katholischen KirchenchorBigbandOrchestertrio tief klingende 4/4tel und 5/8tel Tracks auf der Tuba und tippte viermal hintereinander die Bibel als sms in den Weltraum. So vergingen mehrere Jahrzehnte bis sie wieder aus Versehen mit ihren Plattenkisten aus Watte zusammenstießen. Es knallte sehr und dabei vermischten sich all ihre TechnoSwingRapTangoHouseDeepJazzDubBongo Scheiben zu einem neuen Sound.

Dies war der Urmoment der Entstehung des Krause Duos Nr. 2 (weil ein orginal Krause Duo Nr. 1 gab es schon in Form einer sehr erfolgreichen Rockcoverband im Leipziger Raum). Seitdem rollen sie als absolute Vollprofis durch den wirren Danceorbit Europas.

Schleck und Stecker

Electronic/Dub/Liveband aus Weimar

Schleck und Stecker steht für handgemachten ElectronicDub. Seit Entdeckung des Infraschalls entwickelten sie ihren zu Bass gewordenen Schnappatem, der jeden Subwoofer in Schwingung versetzt. Die Box atmet schwere See, der Bass rollt und der Mixer läuft volle Kraft voraus. Dabei sorgt die sanfte Dalai Lama Flatline für den potentiellen Ausgleich vor und hinter dem Röhrenkompressor.

Bei den groovigen Beats und Samples von Schleck und Stecker gibt es einfach kein Zurück mehr, sondern nur ein schon »Immerdar«.

La Ruda

Ska/Rock aus Frankreich

Die Musik von La Ruda aus Saumur (Frankreich) kennt keine Grenzen. Obwohl ihr früherer Name »La Ruda Salska« von einem Wortspiel aus Salsa und Ska herrührt, liegen ihre Wurzeln nicht etwa in der lateinamerikanischen Musik, sondern viel eher im Punk und Ska, angereichert mit poppigen Songstrukturen, die sofort ins Ohr und in die Beine gehen. La Ruda machen die französischen Straßen nun schon seit 1993 unsicher. Ihren unverwechselbaren Stil haben sie mittlerweile bei fast 700 Konzerten in Europa und Kanada präsentieren können. Dreimal spielten die acht Musiker bereits auf dem Paléo Festival in Nyon und 2005 erstmals beim Sziget Festival in Budapest. Voilà, La Ruda: Insgesamt 150 000 verkaufte Alben und ihr eigenes Lable »Les associés du Réel« in Kooperation mit Wagram Music, dem wohl wichtigsten Independent-Label Frankreichs. Ihr fünftes Album »La Trajetoire de l´homme Canon« wird sehnsüchtig im September 2006 erwartet.

Die Kleingeldprinzessin und die Stadtpiraten

Bossa/Chanson/Jazz aus Berlin

Die Kleingeldprinzessin und die Stadtpiraten – das ist ein rhythmisches Seiltanzen mit deutschen Texten! Genau das Richtige, um zu zeigen, dass es auch hierzulande Troubadoure gibt, die sich auf die Selbstverständlichkeit von Straßenmusik verstehn. Mit ihren Liedern über die großen, kleinen und verstrickten Gefühle und Situationen des Alltags trifft Dota, die Kleingeldprinzessin, mit ihren Texten den »Zeitgeist«, ohne sich von ihm leiten oder gar verführen zu lassen. Voller Wortwitz und Binnenreime verzaubert die Kleingeldprinzessin und die Stadtpiraten mit einem Stilmix von zarten Balladen über Bossa, Samba und Taschenswing bis hin zu Beihnahe-Punk. Typisch interessant und ungewöhnlich arrangiert. Im Herbst 2002 entstanden die ersten Aufnahmen für die CD »Kleingeldprinzessin«. Im Mai 2003 spielte sie live bei Radio Multikulti (Funkhaus Europa). Ein Jahr später wurden Aufnahmen für eine Live-CD ebenfalls auf dem eigenen Label »Kleingeldprinzessin Records« veröffentlicht und im Januar mit einer Sendung bei Deutschland Funk vorgestellt. Seit September 2005 gibt es die vierte CD mit dem Titel »Blech und Plastik«, die von »Sternschnuppen«, »Kaulquappen«, »Schneekönigen« und kleinen Städten in Bayern erzählt. (www.kleingeldprinzessin.de)

Zärtlichkeiten Mit Freunden

Musik-Kasperett aus Halle

Ein Kessel Buntes! Schlecht gespielte Musik wird bei »Zärtlichkeit mit Freunden« zum Ereignis. Schräger Nonsense und Trash bietet der sächsische Comedy-Nachwuchs, der sich selber zur Gereration der »Grobmusiker« zählt. Das Duo Ines Fleiwa und Cordula Zwischenfisch karikiert facettenreich den Alltag und wechselt geschickt zwischen Rollenspiel und komischen Liedern. Die zwei Hasen der Unterhaltungsbranche gastierten bereits auf vielen Silberhochzeiten, Sportfesten und CD-Funkertreffen. In München eroberten sie 2005 den »Kaberett Kaktus« und in Hamburg 2006 den »Hamburger Comedypokal«. (www.zaertlichkeitmitfreunden.de)

Les Ejectès

Reggae/Ska/Rock aus Frankreich

Hinausgeworfen (éjecté) in die weite Welt – so fühlten sich die Troubadoure von Les Ejectés aus Limoges (Frankreich), als sie ihren prickelnden Cocktail aus Reggae, Soul, Ska, Rock und Ragga mischten. Einmal wird geschüttelt et voilà: Französische Musiktradition traf auf die nötigen Vitamine aus Jamaika. Les Ejectés sind schon seit über sechzehn Jahren mit bis zu zehn Instrumentalisten in der ganzen Welt unterwegs. Gespielt haben sie u.a. mit Rita Marley, The Specials, Last Poets, The Selector, Mano Negra, Zebda, NTM, Toots and the Maytals. Auf dem Auerworld Festival wird die Gruppe ihr neues Album »Nightklubup« vorstellen. Lebensfroh, goovy und immer auf dem Sprung!

Berimbrown

FunkSambaReggae aus Brasilien mit CapoeiraTanz

Funk, Soul und Samba-Reggae, sowie die brasilianischen Kampftänze Capoeira und Maculele bilden die Grundlagen für den einzigartigen Berimbrown Sound. Aufgewachsen in den Elendsvierteln von Belo Horizonte mussten sich Berimbrown und ihr Frontmann und Mastermind Mestre Negativo dem Überlebenskampf in dem von Drogen, Arbeitslosigkeit und Gewalt geprägten Stadtteil Maria Goretti stellen. Als Ausweg aus der Hoffnungslosigkeit und als Möglichkeit, Respekt und Anerkennung zu erhalten, fanden die Jungen Zugang zu den Kampftänzen Capoeira und Maculele – Symbole des Schwarzen Widerstandes gegen die portugiesischen Kolonisatoren. Das Experimentieren mit verschiedenen Spielarten afro-brasilianischer Musik führte schließlich zur Gründung einer kompletten Band. Ihre Texte handeln von den Sorgen des Kampfes um das tägliche Brot, den Ungerechtigkeiten des Lebens auf der Straße und den Träumen von einem Zusammenleben in Würde und Frieden. Neben ihren Konzerten versuchen die sozial engagierten Musiker vor allem mit Capoeira-Workshops den Kindern ihrer Umgebung eine künstlerische und soziale Perspektive zu bieten.

Bei aller inhaltlichen Ernsthaftigkeit sind die Konzerte von Berimbrown aber immer auch ein farbenfrohes Spektakel voller geballter Energie. Da werden gerne zwei komplette Drumsets und diverse traditionelle Percussions-Instrumente aufgefahren, fette funkige Basslinien und mitreißende Bläsersätze gespielt, und Mestre Negativo würzt die Show immer wieder mit seinen Capoeira-Einlagen. Lässt sich das in Worte fassen? Nun vielleicht so: James Brown im Karneval-Rausch mit sozial-politischer Attitüde.

DJ René

Sehstörung / Leipzig

Starallüren sind ihm gänzlich fremd, das fängt schon damit an, dass er sich keinen Künstlernamen zulegt, sondern unter seinem bürgerlichen Namen auftritt. Trotzdem ist er einer der angesagtesten Trance DJs Leipzigs. Wie es sich für einen DJ der späten Stunde gehört, spielt DJ René Musik zum Abtanzen – von sphärisch über melodiös bis perkussiv. Stets unterlegt mit dem guten alten 4/4-Takt.

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