Wir

Was machen wir hier eigentlich? Wer macht denn nun was? Und wieso machen wir das hier überhaupt? Im Verein gibt es Vieles zu tun: Vom Booking, über die Ständeorganisation bis zum Fundraising gibt es viele Möglichkeiten. Alles in Ehrenamt und neben Job, Familie und  anderen Verpflichtungen. Doch welche Motivationen, Erwartungen und Herausforderungen stehen eigentlich hinter unserem Engagement für das Auerworld Festival? Ein paar persönliche Einblicke in unsere Lebens- und Arbeitswelt geben darauf Antwort.

AgnesNormanElisabethSuseConnyJensJuleOliMattiMikeChristianTinaRonaldUlli JanetzkiUlli LaskMirkoRaulChristina

 

Agnes – Als Teil des Bookingteams habe ich beim Festival angefangen und war verantwortlich für das Musikprogramm und dessen Koordinierung vor, während und nach dem Festival sowie Künstlerbooking und -betreuung. Jetzt besteht meine Hauptaufgabe darin, mich gemeinsam mit Ju um die Infrastruktur des Festivals zu kümmern sowie die Öffentlichkeitsarbeit gemeinsam mit Tina mit zu verantworten. Das Auerworld Festival bedeutet für mich Atmen. Tiefes Einatmen zur Entspannung, Durchatmen zur Bestehung von Stresssituationen, Mitatmen im Team – einfach über sich mit anderen hinaus wachsen und an etwas teilhaben, was an sich einmalig und von unseren eigenen Händen geschaffen ist.

 

Norman – Ich kümmerte mich bis vor einiger Zeit um die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit auf dem Festival. Im  festivalfreien Leben arbeite ich als Online-Redakteur in Leipzig. Ich habe Spaß daran an so einem Event mit so vielen Menschen mit- und weiterzuarbeiten. Und vor allem: Eben das in geschliffene Formulierungen zu packen – was mal mehr, mal weniger gelingt. Vom Mitfeiern bin ich irgendwann zum Mitorganisieren gekommen und über Freunde in den Verein »gerutscht«. Das Festival selbst ist für mich ein Gefühlskarussel zwischen zur eigens überzeugten wunderbaren Lieblingsband tanzen über Kaffeestand ausruhen bis hin zu den Momenten des schlaflosen Abbaus.

 

Elisabeth – Neben einer Vielzahl von Aufgaben habe ich mich mehrere Jahre um die Stände gekümmert. Das Besondere ist, dass man auf der einen Seite seine Stärken in das Vereinsleben und in das Festival mit einbringen kann. Auf der anderen Seite ermöglicht es einem Einblicke in unbekannte Bereiche, in denen man Erfahrungen sammeln möchte. Es ist ein Spielwiese, eine grüne, lebendige und wunderbare Spielwiese. Den Weidenrutenpalast habe ich 1999 durch einen Freund kennengelernt, als er mich an einem Frühlingssonntag ins Auto steckte und sagte, er wolle mir einen schönen Ort zeigen. Mein erstes Festival habe ich dann 2000 erlebt. Es hat mir so sehr gefallen, dass ich seitdem mitgeholfen habe und bei der Vereinsgründung mit dabei war. Das ist nun schon Jahre her, doch der Ort, das Fest und die Menschen ziehen mich nach wie vor an. Dadurch, dass immer wieder neue Menschen dazukommen, neue Ideen ihren Raum bekommen, ist es immer wieder spannend. Ein Stillstand ist noch lange nicht in Sicht.

 

Suse – Keiner liest meine E-Mails – das könnte man manchmal denken. Aber ich stecke eigentlich in fast allen Arbeitskreisen des Vereins drin. Hauptsächlich bin ich für das Fundraising zuständig, stecke aber auch viel Zeit in das Tagesprogramm, die Vernetzungsarbeit oder die Vereinsorga an sich.
Mein »erstes Mal« Auerworld war 2008, schon ein Jahr später war ich nach dem Weidenbinden auch selbst eingebunden. Damals (zum Zehnjährigen) stand das Festival selbst zur Diskussion – es ging weiter und wurde auch für mich ein Teil meines Lebens.

 

Conny – Auerworld ist seit vielen Jahren Teil meines Lebens – Schriftführerin, Gästebetreuung, Frau mit Hut, Deko, Bar. Dieses Jahr hat mich der Elan der Fundraising-Truppe angesteckt und ich bin mit Herz dabei. Festival ist eigentlich das ganze Jahr, es gibt immer was zu tun. Wie Arbeit fühlt es sich allerdings nicht an, eher wie Treffen mit guten Freunden – und es kommt jedes Jahr im Sommer was richtig Gutes dabei raus.

 

Jens – Zum Festival in 2000 war ich als DJ »Flash Goerdten« gebucht, habe mich auf Anhieb mit den Machern verstanden, habe spontan auf meine Gage verzichtet – und bin dann sozusagen hängen geblieben. Ab 2001 habe ich im Kernteam das Festival mitorganisiert. Wir waren damals noch nicht als Verein organisiert – und mussten aus verschiedenen Gründen oft finanziell drauflegen. Nach besonders herben Finanzrückschlägen hatte ich zwischendurch sogar mal gar keine Lust mehr auf Festival. Zum Glück stießen zu dieser Zeit neue Freunde zur Gruppe. Die brachten frischen Wind und neue Ideen mit. Das hat dem Festival das Leben gerettet, worüber ich heute sehr froh bin. Durch Job und Familie kann ich mich nicht mehr wie früher monatelang am Stück voll einbringen. Das Festival ist aber jedes Jahr ein fester Termin, der nicht verpasst werden darf – auch weil mich meine Kinder schon zu Weihnachten fragen: »Papa, wann ist denn wieder Festival«?

 

Jule – Eigentlich bin ich gar kein Festivaltyp. Doch wie heißt es so schön? Gelegenheit macht Diebe (oder war es Liebe?). So hat mich Jens vor zwei Jahren mitgeschleppt und ich warf schnell alle Vorbehalte über Bord: tolle Stimmung, viel Grün und feine Musik. Zu einer »anständigen« Vereinsmitgliedschaft reicht es noch nicht ganz, macht aber nichts, jeder kann engagieren und es wird vom Team dankend angenommen. So habe ich letztes Jahr spontan während der Aufbauphase für die gesammelte Mannschaft gekocht. Hat Spaß gemacht und geeignete Rezepte habe ich für dieses Jahr auch schon parat.

 

Oli – Meine Auerworld-Story ist wie die meisten: ich kam als Gast und blieb als Gestalter. Angesteckt von Freunden fuhr ich vor 3 Jahren nach Auerstedt und fand die Stimmung einfach genial, v.a. aber einzigartig. Ich war schon auf vielen Festivals, aber das Auerworld hinterließ einen ganz besonderen Eindruck bei mir – man muss es gesehen haben, um es zu verstehen. Irgendwie konnte ich meine Gedanken hier ordnen, freier atmen und den Alltag vergessen, während ich in der Natur unter Weiden zu D’n’B tanzte – eine irre Kombination. Da lag es nah, beim Bookingteam mitzumachen, um direkt an der musikalischen Orga teilzuhaben, die ein Lächeln auf die Lippen der tanzenden Leute im Palast zaubert – so wie es mir als Gast und immer noch als Gestalter geht. Außerdem gleicht die körperliche Arbeit beim Auf- und Abbau meinen eher geistigen Lehrerjob aus – das tut gut. Bei so etwas dabei zu sein, bringt mir große Freude, v.a. wenn ich das Lachen der neuen und alten Gäste sehe – ausgelöst durch das, was wir an diesem Ort geschaffen haben.

 

Matti – Hmmm … Auerworld, wo fang ich da an? Die Menschen, der Ort, die Atmosphäre … ich bin von allem hin und weg! Dazu gekommen bin ich beim Weidenbinden und hab mich von den Menschen, die das Festival organisieren, anstecken lassen. Für mich macht das Auerworld Platz für Begegnungen und ich fahr’ jedes mal als ein anderer Mensch nach Hause, als ich gekommen bin. Im letzen Jahr hab ich den Flyer gestaltet und werd’ dieses Jahr beim Thema Nachhaltigkeit mitmischen.

 

Mike – oder auch liebevoll Micha genannt. Ich mache derzeit beim Thema Nachhaltigkeit und alternative Konzepte mit. Das Studium der Medieninformatik hat mich zum Auerworld Festival gebracht: Der Termin fiel nämlich oft kurz vor meine Mathe-Prüfungen … und da tanzt es sich besonders gut. Sonst betreibe ich eine Netzwerkagentur und ein Musiklabel in Weimar und eine Kultur- und Coworking Location in Heidelberg.

 

Christian – Zum allerersten Festival lockte mich 1999 ein Studienkollege namens Tobi nach Auerstedt: da gebe es so eine wachsende Architektur aus Weidenruten und auch eine tolle Therme im Nachbarort, welche ebenso eine Bühne für Bands und DJs bot, um in den Vollmondnächten Musik zu machen, die unter Wasser eingespielt wird und den an der Wasseroberfläche treibenden Badegästen in die Ohren floss … Na, da war ich als angehender Architekt und Liebhaber elektronischer Musik mehr als neugierig und dachte auch sogleich an meinen lieben Freund Jens: der könnte doch da mal auflegen … Und mit dem legendären Konzert von Tribal Drift begann eine tiefe Verbundenheit zu diesem Ort, dem Festival und den Menschen, welche von Jahr zu Jahr gewachsen ist und auch heute noch weiter wächst – sozusagen den Weidenruten gleich … Auch wenn meine Aktivitäten zum Entstehen des Festivals inzwischen eher ausgewachsen sind, so freue ich mich doch jedes Jahr aufs Neue auf die vielen lieben Menschen, denen ich hier begegnen darf …

 

TinaTina – Das erste Mal richtig bewusst wahrgenommen habe ich das Auerworld vor zwei Jahren, als ich mit meinem Bruder zum Weidenrutenbinden gekommen bin. Schon viele Jahre vorher hatte er mir davon erzählt, doch habe ich es mir bis dahin nie selbst angeschaut. Eine Besonderheit ist, dass die Gemeinschaft des Festivals nicht aus einander Fremden besteht, sondern freundschaftliche oder gar familiäre Verbindungen entstanden sind. Somit fühlt man sich gut aufgehoben, wird integriert und herzlich aufgenommen. Diese Atmosphäre hat es mir leicht gemacht mich einzufinden. Seit ein paar Jahren bin ich offizielles Mitglied und kümmerte mich anfangs als Teil des Booking-Teams mit darum, verschiedene Geschmäcker zu bedienen und das Lebensgefühl, welches vom Festival ausgeht und die Gäste überzeugt, Jahr für Jahr wiederzukommen, musikalisch zu untermalen. Jetzt bin ich für den Bereich Presse und Öffentlichkeitsarbeit gemeinsam mit Agnes zuständig. Mir persönlich bedeutet es dahingehend viel, dass man sich fernab von allem alltäglichen Trouble in einer Symbiose aus »Kopf frei kriegen« und »Spaß dabei« wiederfindet.

 

Ronald – Im Vorfeld des 2. Auerworld Festivals (2000) lernte ich Raul kennen, der damals angesagte Jenaer Bands für das Line up suchte. Ich  war total begeistert, stellte Kontakte her und schleppte einen Haufen Freunde mit zum Fest. Dort fand ich mich schnell an der Kasse wieder, wo ich in den Folgejahren “Dienst an der Basis” leistete. Zum Glück gibt’s heute keine Kassen mehr, aber Geld eintreiben ist immer noch mein Ding – seit einigen Jahren mit Hut, in den am Festivalsonntag jede/r reinschmeißt was sie/er kann.
Für mich ist das Auerworld wie ein besseres Klassentreffen. Hier begegne ich Menschen, die ich nur einmal im Jahr sehe. Wir genießen gemeinsame Erinnerungen, Updates und das einzigartige Auerworld Feeling.

 

Ulli – Seit drei Jahren bin ich nun dabei. Deko-Team, Künstler-Betreuung, Tagesprogramm – dort habe ich schon überall mitgemacht. Im Moment bereite ich alles vor, was das Thema Stände angeht. Wohin mit der Riesen-Vokü-Lampe? Wieviel Platz brauchen die Planschbecken? Reichen drei Sofas für den Auerworld-Infostand? Das schwirrt mir im so Kopf rum – soweit eine gute Ergänzung und Ausgleich zum Studium. Kultur- und Kommunikationswissenschaft – das ist mein akademischer Alltag. Mit meiner Schwester Susi bin ich zum Verein gekommen – keine falsche Entscheidung. Jetzt aber mehr zu den wichtigen Fragen: Wo nun wieviele Essens- und Verkaufsstände?

 

Ulli – Wie das eben in der Jugend ist: man wird und lässt sich von einem Erlebnis zum anderen treiben.  Goethes treffende Formulierung „Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein!“ war Anlass dazu, mich näher umzusehen. Aus meiner Sicht sind Begegnungen die Lehrbücher unserer Seele. Diese können mein Leben komplett verändern. Den Raum dazu gibt es in „Auerworld“ und das ist es mir wert, ein paar Momente in meinem Leben hinzugeben, um Euch solch eine Möglichkeit zu teil werden zu lassen. Also, auf eine Begegnung der besonderen Art grüßt Ulli.

 

Mirko – Das Auerworld Festival bedeutet für mich, das Unmögliche möglich zu machen. Großer Anspruch, kleines Budget – das geht nur mit richtig viel Liebe und vielen ganz großartigen Menschen. Seit dem Sommer 2000 unterstütze ich deshalb diese ganz besondere Veranstaltung, bei der mir einfach alles ans Herz gewachsen ist, und auf der ich über die Jahre an jeder Stelle schonmal mit angefasst habe. Das Festival zeigt Jahr für Jahr, was Nachhaltigkeit für uns bedeutet, allein durch die vielen Kinder am Weidenrutenpalast. Und für die Zukunft träume ich von einem Auerworld, auf dem eines Tages auch unsere Enkelkinder Kultur gestalten.

 

RaulRaul – Seit 1999 organisiere ich das Auerworld Festival. Ich bin mit dem Weidenrutenpalast eng verbunden. Hier habe ich so viel erlebt und gemacht. Alles begann mit den Vollmondfesten. Daraus entwickelte sich der Wunsch, ein großes Fest im Sommer zu feiern. Einmal angefangen, konnten wir nicht mehr damit aufhören. In den ersten Festivaljahren bin ich die ganze Zeit von A nach B gerannt und habe versucht, alles zu machen. Doch jedes Jahr kamen mehr freiwillige Helfer hinzu. Mittlerweile konzentriere ich mich darauf, dass jeder, der eine Aufgabe übernimmt, gute Bedingungen hat. Es ist wichtig, dass mindestens einer den Überblick behält. Die Anderen denken dann immer, dass ich nichts zu tun habe. Wenn alles rund läuft und niemand vom Team überlastet ist, bin ich zufrieden. Mich fasziniert es, wie viele Menschen bereit sind, in unserem Verein Verantwortung zu übernehmen. Der Weidenrutenpalast wächst und wächst – genau wie wir!

 

Porträt ChristinaChristina – Zum ersten Mal am Weidenrutenpalast war ich 2001. Vollmondfest. Danach Weidenrutenbinden. Der Ort faszinierte mich von Anfang an. Man kann ihm beim Wachsen zusehen. Er verbindet Menschen und inspiriert zu Neuem. Einen Sommer ohne das Auerworld Festival kann ich mir kaum mehr vorstellen. Jeder entscheidet, wo und wie er sich einbringt. Aufgaben gibt es genug. Unser Team entfaltet jedes Jahr eine unglaubliche Dynamik. Das reißt mit und motiviert. Der Palast ist wie ein Magnet: er zieht magisch an und bündelt gute Energien.